WIR

Wir sind über fünfundzwanzig Lesereihen aus dem deutschsprachigen Raum und bringen inhaltlich unabhängig und mit Leidenschaft Texte auf die Bühne. Alle Lesereihen werden aus Liebe zum literarischen Text und aus Überzeugung von Experiment und neuartigen Veranstaltungsformaten betrieben.

Als Unabhängige Lesereihen e.V. stehen wir für Literatur als soziale Praxis und schaffen Räume des Austauschs. Unsere Veranstaltungsformate sollen leicht zugänglich sein: Wir wollen Formate gestalten, bei denen sich Menschen und die Gegenwartsliteratur auf Augenhöhe begegnen können. Auch deshalb gibt es bei uns eine große Vielfalt von Locations: Sei es in der Kneipe, im Theater oder in einer WG – Literatur findet bei uns dort statt, wo sich gesellschaftliches Leben abspielt.

Wir stehen für eine offene, plurale Gesellschaft ein. Unsere Räume verstehen sich inklusiv und begünstigen Teilhabe in Bezug auf race, class, gender, age, disability. Pluralität versuchen wir auf und hinter unseren Bühnen zu repräsentieren. Das bedeutet für uns auch, dass der deutschsprachige Raum ein vielsprachiger ist.

Alle Reihen präsentieren Texte, die mutig, innovativ und formoffen sind. Wir denken vergangenheitsbewusst, gegenwarts- und zukunftsbezogen. Bei uns fordert Literatur auch literarische und soziale Normen heraus. Dabei ist es egal, welches Alter man hat, ob man als Autor*in die ersten Erfahrungen in der Öffentlichkeit sammelt oder schon das x-te Buch präsentiert.

Wir sind nicht auf ein Format festgelegt, jede Reihe gestaltet individuell. Wir kuratieren selbst und machen unser Programm unabhängig von Verlagen oder etablierten Institutionen. Diese Praxis zeigte sich auch bei ULF – Das Unabhängige-Lesereihen-Festival: Alle Reihen luden ihre Lesenden selbst ein.

Wir sind mit anderen Akteur*innen der freien Literaturszene vernetzt und setzen uns für kulturpolitische Anliegen ein.

Wir arbeiten z.B. mit dem Netzwerk Freie Literaturszene Berlin (nflb) zusammen und stellen uns hinter dessen Forderungen. Darüber hinaus fordern wir auch außerhalb von Berlin Förderinstrumente für unabhängige Lesereihen, die der Arbeit der Reihen entsprechend auf Kontinuität und Nachhaltigkeit abzielen, nicht nur auf einzelne Projekte und Events. Wir wollen die Möglichkeit haben, Autor*innen und Kurator*innen gemäß ihres Aufwandes zu bezahlen. Wir fordern deshalb z. B. die Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten und ein Mindesthonorar für Autor*innen von 300 € in Deutschland (nflb-Forderungskatalog), von 285 € in Österreich (Mindesthonorar IG Autor*innen) und von 500 CHF für die Schweiz (die Honorare gelten für Gruppenlesungen).

Die Unabhängigen Lesereihen arbeiten seit 2015 zusammen. Seit 2018 sind wir ein e. V.