Vers + Welt: Titus Meyer | Wittgenstein, Grenzen

Vers + Welt #2 | Salon für Gedichte und Sachfragen

Lesung und Gespräch
Titus Meyer: Ernste Sterne

Vortrag und gemeinsame Diskussion
Bertram Reinecke:
Über Grenzen, ihre Gründe.

Mit Wittgenstein über Kunst sprechen 

Geöffnet ab 19:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr.
Eintritt: 5 € (Abendkasse)

Geschrieben unter strengen formalen Selbstbeschränkungen wie Anagramm- und Palindromverfahren, hält Titus Meyers Gedichtzyklus „Ernste Sterne“ zudem einem eng gesteckten Motivkreis die Treue: Ein fiktiver Einsiedler in der skandinavischen Natur – vielleicht ja gar nicht weit von Ludwig Wittgensteins Hütte in Skjolden  – bebildert in nüchtern-schönen wie krank-heiteren Versen seine Beobachtungen im Wechsel der Jahreszeiten und sein Irrewerden am Alleinsein mit der Sprache.

Der Ausgangspunkt von Bertram Reineckes Vortrag ist: Wer sich mit Kunst beschäftigt, zieht Grenzen, schon bei der Frage, was überhaupt als „Kunstwerk“ in Frage kommt. Rechtfertigungen dafür werden meist nach Art einer Überschlagsrechnung gegeben: Dass man mittels Begriffen und ihrer Inhalte Urteile über ein Feld von Vorstellungsbildern von Gegenständen treffen könne. Wittgenstein dagegen fand, dass unser Sprechen (selbst das über Logik) eher einem Tennismatch oder einem Volkstanz gleiche, eher mit Gebräuchen und Üben zu tun hat. Was das im Bereich restriktiver literarischer Poetiken wie der Titus Meyers bedeuten könnte, thematisiert das anschließende Gespräch.

Vers + Welt | Salon für Gedichte und Sachfragen
präsentiert Lesungen zeitgenössischer Lyrik zusammen mit Vorträgen über nichtliterarische Themen, die von den Dichtern ausgewählt wurden: Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis sprechen zu Sachfragen, die in Bezug zu den Gedichten stehen.
Der Salon ist ein Forum für das Teilen von Wissen, und im Austausch zwischen den Auftretenden und in der offenen Diskussion mit dem Publikum gibt es Gelegenheit nachzufragen, gemeinsam weiterzudenken und zu spekulieren. Dabei wird kein näheres Vorwissen vorausgesetzt und kein bestimmtes Fazit oder Ergebnis angestrebt – die aufregendsten Gedanken verfertigen sich schließlich oft, mit Kleist gesagt, beim Reden.
Ausgangspunkt von Vers + Welt ist das Interesse der Autoren an bestimmten Sachgebieten und Gegenständen des Denkens, die außerhalb der Lyrik liegen. Dieses Interesse kann als Inspiration am Anfang eines einzelnen Texts stehen, ein übergreifendes Thema der Auseinandersetzung und des Schreibens sein, oder es ergibt sich im Schreib- und Rechercheprozess durch Zufallsfunde.
Jede Veranstaltung beginnt mit der Lesung der Dichterinnen, gerahmt von einem kompakten Gespräch über die gelesenen Texte. Nach einer Pause hören wir den Vortrag, auf den die gemeinsame offene Diskussion folgt. Später gibt es Musik und Getränke an der Bar.
Vers + Welt ist ein Format innerhalb der Reihe Lyrik im ausland, deren Veranstalter Tobias Herold die Abende moderiert.
Ab September folgen drei weitere Termine mit Sonja vom Brocke, Rainer René Mueller und Anja Utler.

Pressekontakt: Jutta Büchter
buechter[at]ausland-berlin.de

Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Sentsverwaltung für Kultur und Europa und durch die Medienpartner von „Vers + Welt“: taz – die tagszeitung & fixpoetry.